Schreiben

Der Notfallplan gegen die Schreibblockade

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Du sitzt seit drei Stunden am Schreibtisch. Das Dokument ist offen. Geschrieben hast du zwei Sätze und einen davon wieder gelöscht.

Was jetzt nicht hilft: der Ratschlag, einfach anzufangen. Wenn das funktionieren würde, hättest du es längst getan. Eine Schreibblockade ist selten ein Motivationsproblem – meistens ist sie ein Klarheitsproblem.

Erst herausfinden, welche Blockade du hast

Die Angstblockade: Du weißt, was du schreiben willst, aber jeder Satz fühlt sich falsch an. Du löschst mehr, als du schreibst. Dahinter steht meistens ein zu hoher Anspruch an den ersten Entwurf.

Die Unklarheitsblockade: Du weißt nicht, was in diesen Abschnitt gehört. Du liest weiter, in der Hoffnung, dass es sich von selbst klärt. Tut es nicht.

Die Überforderungsblockade: Vor dir liegen 40 Seiten, und der Berg ist so groß, dass du nirgends anfangen kannst.

Für jede gibt es einen anderen Ausweg. Deshalb lohnt sich die Frage, bevor du an dir selbst zweifelst.

Gegen die Angstblockade: der Schrottentwurf

Schreib absichtlich schlecht. Setz einen Timer auf 25 Minuten und schreib ohne zu korrigieren, in ganzen Sätzen, mit Platzhaltern für alles, was du gerade nicht weißt: [Quelle nachtragen], [Zahl prüfen], [besser formulieren].

Die Regel ist: In diesen 25 Minuten wird die Rücktaste nicht benutzt. Was dabei entsteht, ist kein Text, den du abgibst. Es ist Material, das du überarbeiten kannst – und Überarbeiten ist deutlich leichter als Erfinden.

Gegen die Unklarheitsblockade: die Kernaussage in einem Satz

Bevor du einen Abschnitt schreibst, formulierst du in einem Satz, was am Ende dieses Abschnitts feststehen soll. Nicht das Thema, sondern die Aussage.

Nicht: „In diesem Kapitel geht es um Motivationstheorien.“ Sondern: „Die Selbstbestimmungstheorie eignet sich für meine Fragestellung besser als das Erwartungs-Wert-Modell, weil sie intrinsische Motivation differenziert.“

Wenn du diesen Satz nicht hinbekommst, ist das die eigentliche Blockade – und dann ist Schreiben nicht der nächste Schritt, sondern Nachdenken oder Nachlesen.

Gegen die Überforderungsblockade: die kleinste sinnvolle Einheit

Schreib nicht am Kapitel, sondern an einem Absatz. Nimm dir einen Abschnitt, für den du das Material schon hast, und schreib nur diesen. Und fang nicht bei der Einleitung an – die schreibt man ohnehin zuletzt, weil man vorher nicht weiß, worin man einleitet.

Wenn nichts davon greift

Wenn du seit Wochen blockiert bist, dich schlecht fühlst, wenn du an die Arbeit denkst, und auch der Schlaf leidet, dann ist das keine Schreibblockade mehr, die man mit Technik löst. Dann ist es sinnvoll, mit deiner Psychologischen Beratungsstelle im Studierendenwerk zu sprechen – das Angebot ist kostenlos und vertraulich.

Blockiert und keinen Plan für die nächsten Wochen? Wir bauen im Einzeltermin einen Zeitplan, der zu deinem Alltag passt.